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1946-1996
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Vorstand

Freiwillige Feuerwehr Hörnum / Sylt

Geschichte der FF Hörnum 1946-1996

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hörnum/Sylt

Bis zum Jahre 1945 war der Ort Hörnum eine reine Militärsiedlung, dessen Bewohner fast alle auf dem damaligen Seefliegerhorst als Soldaten oder Zivilangestellte beschäftigt waren.
Dieser Seefliegerhorst hatte eine hauptamtliche Feuerwehr. Die Männer dieser Wehr waren es, die dann nach dem Zusammenbruch des tausendjährigen Reiches im Jahre 1945 von der englischen Besatzungsmacht dienstverpflichtet wurden, um im Ernstfall den damals in den Kasernen einquartierten Fremdarbeitern, welche auf die Rückführung in die Heimat warteten, sowie danach den ca. 3000 in den Kasernen und Baracken lebenden Heimatvertriebenen, zu helfen. Der hauptamtliche Leiter der Wehr war bis 1947 Max Repenning.
Im Jahr 1947 wurde die Seefliegerhorstfeuerwehr dann von der englischen Besatzungsmacht aufgelöst und die Fahrzeuge sowie das Gerät sollten beschlagnahmt werden. Dies konnte buchstäblich in letzter Sekunde von dem damaligen Bürgermeister Heinz Schulz verhindert werden. Er erhielt jedoch von der Besatzungsmacht die Auflage, sofort eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zusätzlich bestand hierzu auch damals eine gesetzliche Grundlage. So wurde dann eine Gründungsversammlung einberufen. Diese fand dann statt unter der Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters, Herrn Heinz Schulz, vom Amt Landschaft Sylt Herr Erwin Bock und aus der Bevölkerung die Herren Repenning, Nützel, Starkjohann Glauth, Schmidt, Ketelsen, Gebrüder Funke. Es mögen noch weitere Bürger teilgenommen haben. Dies ist jedoch nicht nachvollziehbar, da ein Gründungsprotokoll nicht auffindbar ist, wie überhaupt die Protokollführung erst im Jahre 1952 einsetzt.
Zum ersten Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr wurde Martin Johannsen gewählt, der schon in der Seefliegerhorstfeuerwehr Dienst getan hatte. Von der Besatzungsmacht wurden damals nach zähen Verhandlungen ein LF 16, eine TSA 8 und eine Drehleiter aus dem Bestand der Seefliegerhorstfeuerwehr an die junge Wehr zurückgegeben. Ebenfalls aus alten Beständen vorhandenes Schlauchmaterial hatte Martin Johannsen zuvor in den Heizungsschächten hinter der Wache versteckt. Die Uniformen stammten zunächst aus der Erbmasse des tausendjährigen Reiches. Mit Unterstützung der Gemeinde und aus den Einkünften einer ebenfalls gegründeten Feuerwehrkapelle konnte dann so nach und nach jeder Feuerwehrmann in eine passende Uniform gesteckt werden. Erwähnt werden muss an dieser Stelle ebenfalls, dass die Erste-Hilfe-Leistung keine Einrichtung neueren Datums ist. Bereits damals wurden unter schwierigsten Bedingungen (eine Strasse nach Hörnum existierte nicht) mit den Krankentransporten nach Westerland begonnen. Durch die Überbelegung des Ortes fielen diese damals in hohem Maße an. Die ersten aktiven Mitglieder waren damals: Martin Johannsen, Franz Funke, Klaus Woizizka, Egon Bock, Hermann Silbernagel, Jürgen Rotfuchs, Walter Wöllm, Heinz Heinrich Matzen, Uwe Petersen, Gerhard Schott.

1946-1957

Die Wehr entwickelte sich nun stetig weiter fort. Das erste Sitzungsprotokoll stammt aus dem Jahre 1952. Nach der Anwesenheitsliste bestand die damalige Wehr aus ca. 23 aktiven Mitgliedern. Im Jahr 1954 gibt Martin Johannsen aus beruflichen Gründen sein Amt als Wehrführer ab. Der Kassenbestand der Wehr beträgt DM 1500,-. Zum neuen Wehrführer wird am 19. Juni 1954 bei 17 anwesenden Mitgliedern Franz Starkjohann mit 13 Stimmen gewählt. Ebenfalls wird auf dieser Versammlung die Auflösung der Feuerwehrkapelle beschlossen, da es durch die nach und nach stattfindende Umsiedlung der Heimatvertriebenen an Musikern mangelt. Sie besteht dann, wie aus nachfolgenden Protokollen ersichtlich, aber doch weiter. Im Jahre 1957 erfolgt ein weiterer Wechsel in der Wehrführung. Hermann Glauth übernimmt den Posten des Wehrführers von Franz Starkjohann. An Fahrzeugen besitzt die Wehr ein LF 16, Baujahr 1940, eine TSA 8 Flader mit DKW Motor und eine damals moderne TSA 8 mit VW-Industriemotor.

1957-1961

Bis zum Jahr 1960 erfolgte die Alarmierung der Wehr noch dergestalt, dass sich der Wehrführer bei Alarm auf sein Fahrrad schwang und kräftig in sein Horn blasend durch das Dorf fuhr.
Zu seiner großen Freude kann Hermann Glauth auf der Jahreshauptversammlung am 23. April 1960 verkünden, dass nunmehr eine Sirene im Dorf installiert ist, die von der Wehr im Bedarfs- fall ausgelöst werden kann. Es werden dann auch sofort die entsprechenden Signale festgelegt:
Sommersiedlung                     langer Ton von 30 Sekunden
Hörnum-Nord                        lang kurz lang
Katastrophen                         Heulton, 3mal wiederholen
Über die Art des Signals bei Alarm im Dorf wird hier keine Auskunft gemacht. Ebenfalls kann der Wehrführer auf dieser Versammlung mitteilen, dass die Wehr eine neue TS 8 erhalten habe, um in der neuerbauten Sommersiedlung schlagkräftiger eingreifen zu können.

1961-1979

Im Jahr 1961 gibt Hermann Glauth das Amt des Wehrführers ab, da er von den Inselwehren zum Amtswehrführer gewählt wurde. Als neuer Wehrführer wird Karl-Heinz Kühl gewählt, der dieses Amt dann 18 Jahre innehaben sollte. Die Wehr hat zu diesem Zeitpunkt 18 aktive Mitglieder. Seine erste große Bewährungsprobe hat er am 16.02.1962 zu bestehen, als die große Flutkatastrophe über Norddeutschland hereinbricht. Am 09.05.1962 wird in einer erweiterten Vorstandssitzung die immer noch bestehende Feuerwehrkapelle dann mangels spielender Mitglieder endgültig aufgelöst. Es wird beschlossen, Uniformen und Instrumente einzuziehen. Anfang der sechziger Jahre beginnt sich das Gesicht des Ortes grundsätzlich zu wandeln. Es entstehen neue Wohnsiedlungen und Einfamilienhäuser. Die Entwicklung zum modernen Kurort beginnt. Die Bundeswehr übernimmt 1961 wieder die Kasernenanlage. So wird der Bau einer neuen Wache erforderlich. Die Gemeinde beschließt diesen Bau in zentraler Lage im Ort. Nach Errichtung des Gebäudes erfolgt am 30.05.1964 die bauliche Abnahme. Die Übergabe an die Wehr findet dann am 20.06.1964 in feierlichem Rahmen statt. Ebenfalls 1961 wird die reetgedeckte Kersig-Siedlung gebaut. Damit steigen die Anforderungen an die Wehr stark an, und es wird erforderlich, sich um die Modernisierung des Fahrzeugparks zu kümmern.
Im Jahr 1964 zählt die Wehr 40 aktive Mitglieder, ist im Besitz eines aus den Kriegsjahren stammenden LF 16 und zwei TS 8, hat für diese jedoch nur ein Zugfahrzeug. So wird in einer Vorstandssitzung am 06.11.1964 der Ankauf eines alten VW-Busses von der Berliner Feuerwehr zum Preis von ca. DM 1.000,- beschlossen. Die Gemeinde erklärt sich bereit, hierfür einen Zuschuss von DM 600,- zu zahlen. Um die Kommunikation zu verbessern, werden der Wehr im Winter die Funkgeräte der Bademeister von der Kurverwaltung zur Verfügung gestellt.
Im Jahr 1965 stellt die Wehr den Antrag zur Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 16. Die Gemeinde hat hierfür schon eine Rücklage von DM 20.000,- geschaffen. Das Fahrzeug ist im Sommer 1966 fertiggestellt und soll von der Wehr in Karlsruhe abgeholt werden. Die offizielle Übergabe erfolgt dann am 11. September 1966. Zwei Jahre später erfolgt dann eine weitere Verstärkung der Wehr durch die Anschaffung eines LF8. Die Gemeinde hat für diese Maßnahme DM 100.000,- aufgewendet.
Im März 1968 steht die Wahl eines Wehrführers an. Als einziger Kandidat steht Karl-Heinz Kühl zur Verfügung und wird bei 28 stimmberechtigten Anwesenden mit 26 Stimmen wiedergewählt. Die Wehr besteht nun aus 33 aktiven Mitgliedern, 4 Reservisten und 2 Ehrenmitgliedern.
1969 werden die beiden Fahrzeuge mit Funk ausgerüstet, um auch in der Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren bei Gefahren noch effektiver eingreifen zu können. Im Jahre 1970 erschüttert ein Großbrand das Dorf. Das Feuer vernichtet in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember das beliebte Restaurant Fährhaus am Hafen, das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Es gelang der Wehr aber, unter Mithilfe der Nachbarwehren Rantum und Westerland einen angrenzenden Getränkegroßhandel mit Lager- und Büroräumen zu retten, obwohl starker Frost in dieser Nacht die Wasserversorgung beeinträchtigte.
1971 soll für die Wehr ein wichtiges Jahr werden. Besteht Sie nunmehr bereits 25 Jahre. Dieses Jubiläum wird im Mai 1971 groß begangen. Am Tage werden Fahrzeuge und Geräte im Rahmen eines  Tages der offenen Tür vorgestellt und verschiedene Übungen aus der Brandbekämpfung sowie aus dem Rettungsdienst durchgeführt. Am Abend findet dann in der Kantine der Bundeswehr der große Festball statt.
Bereits im gleichen Jahr muss die Wehr feststellen, das ihr Gerätehaus, 7 Jahre nach der Erstellung, schon aus allen Nähten platzt und mehr Raum geschaffen werden muss. So wird auf der Vorstandssitzung am 2. April 1971 beschlossen, ein Grundstück vom Bundesvermögensamt zu erwerben, um einen Anbau errichten zu können. Allerdings dauert es dann noch 10 Jahre, bis am 20. August 1981 mit dem Bau begonnen wird und vier Monate später, am 9.Januar 1982, der neue Unterrichtsraum eingeweiht werden kann.
1974 erfolgt erneut die einstimmige Wiederwahl des Wehrführers Karl-Heinz Kühl. Er ist somit seit 12 Jahren ununterbrochen Wehrführer. Die Mitgliederzahl hat sich weiter erhöht. Es sind nunmehr 45 aktive Kameraden, 2 Reservisten, 2 Ehrenmitglieder und ca. 268 fördernde Mitglieder zu verzeichnen.
In einer Aktennotiz aus einer Besprechung mit den Gemeindevertretern am 12. November 1975 wird als dringendes Problem die Neuanschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeuges mit der Möglichkeit, Krankentransporte durchzuführen, angesehen. Das alte Fahrzeug hat nunmehr nach seiner Berliner Zeit auch schon mehr als 11 Jahre in der Hörnumer Wehr gedient und wird den kommenden TÜV wohl nicht mehr überstehen. Die Anschaffung wird beschlossen und im Frühjahr 1976 ist das neue Fahrzeug einsatzbereit.
Nach 18 Jahren als Wehrführer tritt Karl-Heinz Kühl am 3. Februar 1979 zurück. Zum neuen Wehrführer wird Dieter Gräpel gewählt. Die Wehr hat 43 aktive Mitglieder, 12 Reservisten und 212 fördernde Mitglieder.

1979-1992

Durch Spenden von Bürgern und Gästen, sowie Zuschüssen des DRK und des Kreises konnte 1981 ein geländegängiges Rettungsfahrzeug für Strandeinsätze bestellt werden. Das Fahrzeug wurde am 9. Januar 1982 von der Wehr übernommen. Es handelte sich hierbei um ein serienmäßiges Geländefahrzeug, dessen Ausstattung, wie Krankentrage und Rettungsgerät, von der Lieferfirma als Prototyp installiert wurde. Ebenfalls im Jahre 1981 wird durch die Anschaffung von 13 Meldeempfängern, den so genannten Piepern, die stille Alarmierung der Wehr ermöglicht.
1984 konnten dann von der Wehr zwei weitere neue Fahrzeuge in Dienst gestellt werden, welche die 17 und 18 Jahre alten Fahrzeuge ablösten.
Die Fahrzeugübergabe des TLF 8 und des LF 8 wurde am 25. August 1984 begangen. Aus diesem Anlass wurde wieder ein Tag der offenen Tür veranstaltet, der so guten Anklang fand, dass er inzwischen zur Tradition geworden ist und in jedem Sommer mit Bürgern und Gästen gefeiert wird. Der Fahrzeugpark der Wehr besteht nunmehr aus: 1 TLF 8, 1 LF 8, 1 MTW, 1 Anhänger mit TS 8 und 1 geländegängiges SEW. Damit ist ein hohes Maß an Einsatzfähigkeit erreicht.
1987 wird eine weitere Verbesserung am Gerätehaus durchgeführt. Die aus dem Baujahr 1964 stammenden schweren Holztore werden durch Schiebetore ersetzt. Gleichzeitig vergrößerte die Wehr in Eigenleistung die Fahrzeughalle durch Herausnahme von Trennwänden. So wurde ein wesentlich besserer Zugang zu den Fahrzeugen ermöglicht. Durch die Eigenleistung wurden ca. 8.000,- DM eingespart. Ein Jahr später wird dann ebenfalls in Eigenleistung eine Renovierung und Verbesserung des Unterrichtsraumes vorgenommen. Es werden eine Küchenecke mit Tresen, 2 Schaukästen und 2 Damentoiletten eingebaut. Finanziert wird diese Maßnahme in Höhe von 9.150,- DM durch die Kameradschaftskasse. Auf der Jahreshauptversammlung am 4. Januar 1989 weist der Wehrführer darauf hin, dass in den Jahren 1984-1988 21.931,78 DM aus der Kameradschaftskasse für Anschaffungen von Geräten und Material entnommen wurden.
In einer Vorstandssitzung am 30. Dezember 1988 wird vom Wehrvorstand ein Antrag an die Gemeinde zur Anschaffung eines ELW gestellt. Der alte MTW ist mittlerweile 14 Jahre alt und verursacht ständig hohe Reparaturkosten. Dem Antrag wird von der Gemeinde stattgegeben. So kann das Fahrzeug im Februar 1990 in Dienst gestellt werden.
Am 30. März 1992 gibt Dieter Gräpel nach 13 Jahren als Wehrführer sein Amt ab. Zu diesem Zeitpunkt hat die Wehr 41 aktive Mitglieder und Reservisten, 8 Ehrenmitglieder und 236 fördernde Mitglieder.
Zum neuen Wehrführer wird Sönke Lüdrichsen gewählt.

1992-1996

Da der alte SEW inzwischen auch altersschwach geworden ist, wird der Wehr 1995 dankenswerterweise vom DRK ein moderner und leistungsfähiger Rettungswagen zur Verfügung gestellt, wie überhaupt die hervorragende Zusammenarbeit mit dem DRK in den vielen Jahren gemeinsamer Einsätze und in der Ausbildung, besonders hervorgehoben werden muss.
Wie der Chronist aus den Protokollen der Jahre 1952-1995 herauslesen konnte, wurden in diesen 44 Jahren insgesamt ungefähr 2000 Einsätze aller Art durchgeführt. Die Wehr traf sich ca. zu 800 Übungen, Unterrichten und Arbeitsdiensten.
In diesen Zahlen nicht eingerechnet sind die Alarmübungen sowie die mit den Nachbarwehren durchgeführten Amtsübungen. Einen großen Raum nimmt auch die Pflege der Kameradschaft ein. Jedes Jahr gibt es Kameradschaftsabende, Skat- und Knobel- sowie Grillabende. Sehr beliebt sind bei den Wehrangehörigen auch die in unregelmäßigen Abständen durchgeführten Reisen. Sie werden stets mit fast 100% Beteiligung durchgeführt. Auch gesellschaftlich hat die Wehr ihren festen Platz im Dorfgeschehen. Die beliebten Tage der offenen Tür werden regelmäßig im Sommer durchgeführt und unser Feuerwehrball im Winter zieht Mitglieder und Gäste von nah und fern an.