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Im südlichsten Inselort hat sich ein Rettungssystem bewährt, wie es in ganz Schleswig-Holstein
kein zweites mal zu finden ist: In Hörnum übernimmt kein Rettungsdienst die Erstversorgung von Verletzten und Kranken, sondern die Freiwillige Feuerwehr. Dieses Prinzip - im Fachjargon
"First responder" genannt - funktioniert seit mehr als drei Jahrzehnten und fordert die Feuerwehrmänner immer wieder aufs Neue. Pro Jahr rückt der Rettungswagen mindestens 40
mal aus, weit mehr, als die eigentliche Feuerwehr zu bewältigen hat. Wenn in Hörnum jemand einen Herzinfarkt erleidet, ein Kind ohnmächtig zusammenbricht oder ein Badegast zu ertrinken
droht, dann ist die Feuerwehr binnen Minuten zur Stelle - allemal schneller, als der Rettungs- und Notarztwagen aus
Westerland eintreffen können. Alarmiert von der Kreisleitstelle in Husum, bei der alle Notrufe eingehen, fahren jeweils
zwei bis drei Feuerwehrmänner mit dem Mitsubishi Pajero (Rufname 74/89/1) zum Einsatzort. Dort übernehmen sie die
Erstversorgung des Patienten, ehe Notarzt und Rettungswagen eintreffen. Zwar bewältigen die professionellen Helfer
aus Westerland die Strecke nach Hörnum im Notfall binnen nur zehn Minuten, doch schon diese Zeitspanne kann unter
Umständen zu lang sein. Mindestens einmal im Jahr gibt es solch einen Fall, in dem jede Minute zählt, angefangen von
Atem- stillstand bis zum drohenden Verbluten. Neun Hörnumer Feuerwehrmänner bilden zur Zeit die Rettungsgruppe.
Um stets optimale Hilfe leisten zu können, bedarf es kontinuierlicher Schulungen, einmal pro Jahr wird ein Erste-Hilfe-Lehrgang mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen unter Regie des DRK abgehalten, ebenso steht eine
Prüfung auf dem Programm, die von den drei Rettungssanitätern des DRK abgenommen wird. Hinzu kommen noch interne Schulungen. Den Alltag im Rettungswesen vermittelt indes ein Kurzpraktikum. Jeweils ein Hörnumer
Feuerwehrmann begleitet zeitweilig die DRK-Rettungskräfte auf ihren Einsatzfahrten. Alle Mitglieder der Rettungsgruppe sind rein ehrenamtlich tätig!
In Hörnum wäre ein DRK-Außenposten in finanzieller Hinsicht nicht tragbar, deshalb wird dieses Modell als praktikable und kostengünstige Lösung vom DRK Westerland angesehen.
Anfang der 70er Jahre wurde das Hörnumer Modell entwickelt. Seinerzeit wurde von der Hörnumer Feuerwehr für diese Zusatzaufgabe ein gebrauchter VW Bus von der Berliner Berufsfeuerwehr angeschafft.
1981 initiierte der inzwischen verstorbene Hörnumer Michael Oppermann eine Spendenaktion für ein neues Fahrzeug. Dank Zuschüssen von Seiten des Kreises und des DRK, sowie den Spenden von Bürgern und Gästen konnte
schließlich ein neues geländegängiges Rettungsfahrzeug für den Strandeinsatz beschafft werden. Dieses wurde 1994
durch einen Mitsubishi Pajero ersetzt, der zuvor als Notarztwagen für das DRK Westerland im Einsatz war.
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